Mehr als ein Viertel offen für Jobwechsel. Vor allem jüngere Arbeitnehmer bleiben wechselbereit, schätzen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt aber zurückhaltender ein.
Die Wechselbereitschaft der Beschäftigten in Deutschland geht leicht zurück. Trotzdem bleiben aber ungeachtet der schwierigen Wirtschaftslage 28 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer offen für einen Jobwechsel, zwei Prozentpunkte weniger als am Ende des letzten Jahres. Das ist ein Ergebnis des neuen Jobwechsel-Kompass von KÖNIGSTEINER und XING für den das Marktforschungsunternehmen bilendi 1.080 Beschäftigte befragte. Die Wechselbereitschaft fällt damit erstmals seit dem vierten Quartal 2023 unter die Marke von 30 %. Deutlich überdurchschnittlich ausgeprägt ist die Wechselbereitschaft allerdings weiterhin bei jüngeren Beschäftigten. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen können sich derzeit 41 % einen Jobwechsel vorstellen. Allerdings ist auch hier ein Rückgang zu erkennen: In der letzten Ausgabe des Jobwechsel-Kompass zum vierten Quartal 2025 lag der Wert noch bei 48 %. Bei den 30- bis 39-Jährigen sank die Wechselbereitschaft weniger stark von 41 auf 37 %. Damit bleiben vor allem jüngere und berufserfahrene Beschäftigte für Arbeitgeber eine relevante Zielgruppe im Wettbewerb um Talente.
Bewerbende: Glaube an die eigenen Chancen sinkt spürbar
Ein möglicher Grund für die tendenziell sinkende Wechselbereitschaft ist die vorsichtigere Einschätzung der eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. So bewerten 49 % der Beschäftigten ihre aktuelle Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt als gut. Im vierten Quartal 2025 waren es noch 52 %. Damit fällt dieser Wert erstmals seit Beginn der Erhebung des Jobwechsel-Kompasses im Jahr 2023 unter die 50-Prozent-Marke. Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung im Vergleich zum zweiten Quartal 2024, also vor genau zwei Jahren. Damals schätzten noch 65 % der Beschäftigten ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als gut ein. Auch bei den jüngeren Beschäftigten hat sich die Wahrnehmung verändert. Unter den 18- bis 29-Jährigen bewerten aktuell 55 % ihre Chancen als gut. Vor zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei 73 %. Die jüngere Zielgruppe bleibt damit zwar überdurchschnittlich optimistisch, hat ihre Erwartungen an den Arbeitsmarkt aber spürbar nach unten angepasst.
Auch der Blick nach vorn fällt zurückhaltend aus. Für den kommenden Monat erwarten nur sieben Prozent der Beschäftigten eine Verbesserung ihrer Chancen auf dem Arbeitsmarkt. 83 % gehen davon aus, dass ihre Möglichkeiten unverändert bleiben, zehn Prozent rechnen mit schlechteren Chancen. Etwas optimistischer fällt der Ausblick allerdings auf den Zeitraum von einem Jahr aus: 17 % erwarten dann bessere Chancen, 58 % gehen von einer gleichbleibenden Situation aus. Ein Viertel der Beschäftigten rechnet dagegen mit einer weiteren Verschlechterung.
Über den Jobwechsel-Kompass
Für den Jobwechsel-Kompass befragt das Marktforschungsinstitut bilendi im Auftrag der KÖNIGSTEINER Gruppe sowie XING halbjährlich mehr als 1.000 Beschäftigte zu ihren beruflichen Zukunftsaussichten sowie ihrer Wechselbereitschaft. Für die aktuelle Ausgabe wurden 1.080 Beschäftigte befragt. Ihr Durchschnittsalter betrug zum Zeitpunkt der Befragung 44,9 Jahre. Alle Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der repräsentativen Befragung erwerbstätig.
Der Artikel ist auch bei unserem Medienparter XING erschienen.