Teilzeitbeschäftigte schmieden weniger Jobwechselpläne, allerdings weniger aus Loyalität, sondern mangels Perspektiven
Beschäftigte in Teilzeit bleiben öfter bei ihrem Arbeitgeber als solche, die in Vollzeit arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle JOBWECHSEL-KOMPASS inmitten der aktuellen politischen Debatte um das Recht auf Teilzeit. Die regelmäßige Umfrage zur Wechselbereitschaft auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird regelmäßig im Auftrag der KÖNIGSTEINER Gruppe erhoben. Gemäß der aktuellen Ausgabe zeigen aktuell 32 % der Vollzeitbeschäftigten eine ausgeprägte Wechselbereitschaft, während dies bei nur 25 % der Teilzeitkräfte der Fall ist.
Was auf den ersten Blick wirkt, wie ein Zeichen stärkerer Bindung, ist in Wahrheit Ausdruck von einem geringeren Vertrauen in die eigene Arbeitsmarkttauglichkeit. Hintergrund: Teilzeitkräfte sind auf der einen Seite zwar überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Arbeitgeber – 24 % von ihnen sind sehr zufrieden mit diesem (Vollzeit: 20 %) – auf der anderen Seite sehen sie aber auch deutlich geringere Chancen für sich auf dem Arbeitsmarkt. So rechnen sich aktuell 40 % der Teilzeitbeschäftigten gute oder sehr gute Karriereperspektiven aus, während der entsprechende Anteil unter Vollzeitkräften bei 55 % liegt.
Auch mit Blick auf die Zukunft sind Teilzeit-Beschäftigte etwas pessimistischer, was ihre eigene berufliche Perspektive angeht. 24 % von ihnen gehen davon aus, dass sich diese verschlechtert. 15 % hoffen auf eine Verbesserung. Bei Vollzeitkräften liegt der Anteil der Pessimisten dagegen bei 21 %, der der Optimisten bei 20%, also fünf Prozentpunkte über dem der Teilzeitkräfte.
Über den JOBWECHSEL-KOMPASS
Für den JOBWECHSEL-KOMPASS befragt das Marktforschungsinstitut bilendi im Auftrag der KÖNIGSTEINER Gruppe quartalsweise mehr als 1.000 Beschäftigte zu ihren beruflichen Zukunftsaussichten sowie ihrer Wechselbereitschaft. Alle Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der repräsentativen Befragung erwerbstätig. Der Befragungszeitraum für die vorliegende Ausgabe lag im November 2025.